Projektwoche am Meer mit viel Wasser von oben

Wer lebt in den Sandlücken einer Meeresküste? Wie bewegen sich die Larven von Muscheln und Schnecken fort? Welcher Fisch schwimmt da vor meiner Taucherbrille? Kann man Seegurken essen?

Das waren nur einige Fragen, auf die die 36 Schülerinnen und Schüler der 6A- und 6B-Klasse bei der ersten meeresbiologischen Projektwoche des BRG Kremszeile in Punat auf der kroatischen Adriainsel Krk Antworten bekamen.

Trotz nicht gerade optimaler Witterungsbedingungen konnten die Jugendlichen den Lebensraum Meer im wahrsten Sinn des Wortes hautnah erleben. Schnorcheln stand ebenso auf dem Programm wie Mikroskopieren von Plankton und Sandlückenbewohnern, auch das sehr aktuelle Thema „Mikroplastik“ wurde in einem Workshop begreifbar gemacht. Neun Schülerinnen und Schüler erlebten bei einem Tauchgang erstmals die Unterwasserwelt in ganz neuen Dimensionen. Zusätzlich gab es noch eine abendliche Bootsausfahrt in die Stadt Krk und einen Abstecher in die Grotte von Postojna. Begleitet wurden die Klassen von Prof. Andrea Walzer, Prof. Benedikt Gottsbachner und Prof. Franz Dorn. Die Betreuung vor Ort erfolgte durch das sehr motivierte und motivierende Team in der mare-mundi-Station Punat, allen voran Max Wagner, MSc, und Lena Löschel, MSc, die mit Vorträgen, Workshops, beim Schnorcheln und Mikroskopieren nicht nur biologisches Wissen auf hohem Niveau vermittelten, sondern auch Einblicke in ihre Forschungen und das Thema „Mikroplastik“ gaben.

Das Programm war abwechslungsreich und dicht: Am ersten Projekttag wurde ein Vortrag über die Entstehung und die Biologie des Mittelmeeres vom „Einschnorcheln“ abgelöst, gleich danach ging es mit dem Boot „Kosljun“ „auf See“ – begleitet von Regengüssen und durchaus beeindruckenden Wellen. Das „erbeutete“ Plankton wurde anschließend mikroskopisch untersucht.

Von Regengüssen und dem Zwang zur Flexibilität geprägt war auch der zweite Tag, der dem Thema „Fische“ gewidmet war. In einer Bucht beim sehr schmucken Ort Vrbnik wagte sich doch rund die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in das 18,4° kalte Wasser. Die mit Keschern gefangenen Grundeln, Spitzkopfschleimfische oder Lippfische wurden beobachtet und natürlich wieder freigelassen. Ein Bummel durch den reizvollen Ort mit der schmalsten Gasse der Welt rundete den Tag ab.

Trotz anderer Prognosen durchgehend strahlend schön war dann der dritte Projekttag an einer Bucht bei Sv. Marak. Neun besonders Interessierte wagten einen Schnuppertauchgang. Nach ausführlicher Einschulung ging es dann neben einem Tauchlehrer bis zu 6 m in die Tiefe. Übereinstimmender Tenor nach dem Auftauchen: „Es war eine neue Welt für mich.“ „Toll!“ „Das hat wirklich nur eine halbe Stunde gedauert? Mir kam es vor wie zwei Stunden!“ Schnorchler und „Landratten“ suchten in der Zwischenzeit nach Seeigeln, Seesternen, Seegurken, Garnelen, Krabben oder besonders küstennahen Pflanzen mit Spezialanpassungen. Abschluss des Tages war eine stimmungsvolle Fahrt auf der „Kosljun“ bei Sonnenuntergang in die Stadt Krk, mit Erkundung der engen mittelalterlichen Gassen und stimmungsvollen Plätze.

Strahlend schön dann am Rückreisetag die Abfahrt von Krk Richtung Slowenien. In Postojna stand der Besuch der weltberühmten „Adelsberger Grotte“ auf dem Programm, einer der größten Tropfsteinhöhlen der Welt. Im angeschlossenen Vivarium wurde dann noch der berühmteste Bewohner der Karsthöhlen näher betrachtet: Proteus anguineus, besser bekannt als „Grottenolm“, früher „kleiner Drache“ genannt. Beeindruckend: Der bis zu 30 cm lange weiße Lurch kann bis zu 12 Jahre ohne Nahrung auskommen.

Pünktlich dann die Ankunft in Krems – im strömenden Regen.

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– Mag. Franz Dorn