von Daniela Köllersberger
Am Freitag, 22.5.2026, traf sich die Deutschgruppe der 5. Klasse mit Prof. Köllersberger am Bahnhof, um über Dramatik nicht nur Theoretisches zu hören, sondern auch in der Praxis umgesetzt zu sehen. Gemeinsam fuhren alle mit dem Zug nach St. Pölten und besuchten das Landestheater, das das Stück „Der blinde Passagier“ von Maria Lazar zur Aufführung brachte. Dieses war erst vor wenigen Jahren in England entdeckt worden, es galt als verschollen. Maria Lazar war schon in den 30er Jahren emigriert und starb 1948 in Schweden.
Die Regisseurin Mira Stadler hat dieses Stück, das vor allem von aufwühlenden Dialogen profitiert, als österreichische Erstaufführung auf die Bühne gebracht. Es erzählt über Zivilcourage und Menschlichkeit und spielt im Winter 1938 auf einem dänischen Paketboot in einem deutschen Hafen. Carl, der Sohn des Kapitäns, nimmt einen Mann, der in den Hafen gesprungen ist, als blinden Passagier auf und rettet ihm dadurch sein Leben. Als klar wird, dass dieser ein jüdischer Arzt ist, der vor den Nationalsozialisten geflohen ist, eskaliert die Stimmung am Boot. Es wird heftig darüber diskutiert, wie weit man geht, um ein anderes Leben zu retten, wenn man sich selbst dabei in größte Gefahr begibt.
Das Ende stimmte nachdenklich, konnte jedoch ausgiebig bei einem Besuch beim McDonalds reflektiert werden. Danach trat man gemeinsam wieder die Heimreise an. Dieser Theaterabend wird allen noch lange in Erinnerung bleiben.